Hans Rueland: NIKOLAUS

 

1486
Aus Eriskirch, ursprünglich aus Markdorf, Bodensee-Kreis. Schreinfigur aus dem 1486 von Hans Rueland geschaffenen Hochaltar der abgebrochenen Wallfahrtskirche Maria Bildbach vor Markdorf,1660 von dort mit dem ganzen Altaraufbau nach Eriskirch verkauft. Zugehörig die Madonna aus diesem Altarschrein, die als einziges Werk in Eriskirch erhalten geblieben ist.
Lindenholz. Rückseite flach und ausgehöhlt. Beide, mit Handschuhen und je drei Ringen geschmückten Hände sind angestückt. In der rechten Hand fehlt der Bischofsstab. Die linke Hand trägt das Buch, darauf die drei Goldkugeln. Fassung abgenommen. Holzoberfläche braun getönt.
H 165 cm, B 53 cm, T 33 cm.
 

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Die Figur des NIKOLAUS wurde zusammen mit anderen Bildwerken von Dekan Dr. Dursch auf dem Dachboden der Pfarrkirche von Eriskirch entdeckt und um 1850 für seine Sammlung erworben. Die Fassung der Figur war offenbar stark beschädigt und wurde damals abgenommen. Manche Feinheiten der Formgebung im Gesicht des Heiligen oder im Fal tengefüge der Pontifikalgewänder verraten die feinfühlige Hand des Meisters Hans Rueland. Die Fransen an den Gewandsäumen oder die vom Nacken schwungvoll auf die Schultern gelegten Bänder der Mitra sind nicht nur modisch bedingt, sondern typisch für die Werkstatt Ruelands. Sie sind auch bei der Bischofsfigur vom Markdorfer Bruderschaftsaltar festzustellen.

 

Lit.: Dursch, 1851, S. 27, Nr. 137.-Baum, 1929, S. 36, Nr. 79 mit Abb. S. 60.-Stähle,1977, S. 35, Nr. 26 mit Abb.-Stähle,1977 (2).