DANIEL MAUCH

BILDSCHNITZER IN ULM UND LÜTTICH

 

Daniel Mauch ist der letzte große Bildschnitzer in Ulm, Vater des gleichnamigen Späthumanisten in den Niederlanden, Schwager des Malers Jörg Stocker und Zeitgenosse des Malers und Altarbauers Martin Schaffner in der traditionsreichen Kunststadt. In den Ulmer Urkunden wird Daniel Mauch 1508 erstmals aufgeführt. 1510 liefert er in Zusammenarbeit mit Martin Schaffner ein Altarwerk für die Franziskanerkirche, das verloren ging. 1514 fertigt er dann für die Klosterkirche in Wettenhausen einen gleichfalls zerstörten ÖIberg. 1520 arbeitet er längere Zeit in Geislingen, wahrscheinlich um im Auftrag der Sebastiansbruderschaft ein Altarwerk für die Stadtkirche zu fertigen. 1529 läßt sich Daniel Mauch vom Ulmer Rat beurlauben, um seinem Lebensunterhalt nachzufahren. Mit Hilfe seines Sohnes gelangt er schließlich nach Lüttich, von wo er nicht mehr heimkehrt. Er fand wieder Arbeit und ist 1540 in Lüttich gestorben. Urkundlich gesicherte Kunstwerke von der Hand des Meisters sind nicht nachweisbar, wohl aber je ein von Daniel Mauch signiertes Frühwerk und Alterswerk. Ein 1501 datiertes und bezeichnetes Altarwerk wird in der Kirche von Bieselbach im heute bayerischen Regierungsbezirk Schwaben bewahrt. Ein widriges Schicksal versagte es dem Meister, bis zum Lebensende in der Heimat zu arbeiten. Einige Zeit muß er sich noch in Oberschwaben aufgehalten haben, ehe er nach den Niederlanden zog. In Lüttich gewann der alternde Meister die Gunst des Humanisten Berselius. Von dieser Freundschaft zeugt noch die gegen 1535 entstandene, von Daniel Mauch am Sockel signierte Madonna auf der Mondsichel in Dalhem an der Maas.


| VERZEICHNIS | 14. + 15. JHDT. | 16. + 17. JHDT. |